Michaela Wegner

Leitung Wundmanagement 

„Wundversorgung ist immer interdisziplinär.“

Chronische Wunden können den Alltag von Betroffenen über Jahre stark belasten. Als Wundmanagerin und Leiterin des Wundteams im Krankenhaus Buchholz unterstützt Michaela Wegner und ihr Team Patientinnen, Patienten und Pflegeteams bei der bestmöglichen Versorgung. Ihr Ziel: die Lebensqualität der Betroffenen spürbar verbessern.


Was sind deine wichtigsten Aufgaben als Wundmanagerin?

Eine zentrale Aufgabe ist die fachliche Unterstützung der Pflegeteams auf den Stationen. Wir schauen gemeinsam, welche Wundversorgung im Einzelfall sinnvoll ist. Wir wollen die beste Lösung für unsere Patientinnen und Patienten finden. Das Wundteam berät die Pflegeteams bei der Auswahl geeigneter Wundauflagen, begleitet komplexe Verläufe und arbeitet eng mit den behandelnden Ärztinnen und Ärzten zusammen. Besonders im Blick habe ich dabei Menschen, die teils seit Jahren mit chronischen Wunden leben.

Was verändert sich für Patientinnen und Patienten durch eure Begleitung?

Eine gute Begleitung kann für die Betroffenen einen großen Unterschied machen.
Viele Patientinnen und Patienten leben seit Jahren mit chronischen Wunden und haben bereits viele Behandlungen hinter sich.

Wenn Schmerzen reduziert werden, Verbände länger halten oder sich eine Wunde endlich verbessert, bedeutet das für viele spürbar mehr Lebensqualität im Alltag. Das ist für mich der entscheidende Unterschied.

Welche Qualifikationen und Spezialisierungen bringst du mit?

Ich habe einen Leitungskurs Pflege abgeschlossen und die Fachweiterbildung zur Wundmanagerin absolviert. Der Weg dahin war eine bewusste Entscheidung. Nach Jahren auf der Station wollte ich fachlich tiefer einsteigen und mehr Verantwortung übernehmen. Das Wundmanagement hat mir genau das gegeben.

Was hat dein Interesse an der Spezialisierung geweckt?

Nach meiner Ausbildung war mir klar, dass ich mich weiterentwickeln möchte. Mich hat es gereizt, komplexe Situationen besser zu verstehen, Zusammenhänge zu erkennen und mehr Facettenreichtum in meinen Berufsalltag zu bringen. Ich hatte schon immer ein echtes Interesse an Wundmanagement, auch und gerade bei herausfordernden Wunden. Diese stellen oft langfristige, anspruchsvolle Prozesse dar. Genau das motiviert mich.

In welchen Situationen bist du besonders gefragt?

Seit dem Aufbau der Gefäßchirurgie hier in Buchholz sind wir vor allem bei Durchblutungsstörungen der Beinehäufiginvolviert. Hier arbeiten wir insbesondere bei schwierigen oder langwierigen Wundverläufen interdisziplinär mit den Gefäßchirurg:innen zusammen. Hier ist derinterdisziplinäre Austausch besonders wichtig.

Mit welchen Berufsgruppen arbeitest du besonders eng zusammen?

Vor allem natürlich mit den Pflegekräften auf den Stationen. Darüber hinaus stehen wir im regelmäßigen Austausch mit Internist:innen, Chirurg:innen, insbesondere der Gefäßchirurgie, sowie mit dem Entlassungsmanagement und dem Sozialdienst. Wundversorgung ist immer interdisziplinär. Gute Ergebnisse entstehen nur im Team.

Was ist in deiner Rolle besonders herausfordernd?

Wenn Wunden trotz aller Maßnahmen nicht heilen oder Patient:innen stark unter Schmerzen leiden, ist das auch für uns herausfordernd. Wir sind oft zu zweit bei den Patienten, schauen gemeinsam auf eine Wunde und fragen uns: Wie würdest du das angehen? Hast du eine andere Idee? Und wenn wir intern nicht weiterkommen, holen wir uns Rat bei externen Spezialist:innen. Genau so entstehen neue Ansätze.

Was hat sich durch deine Spezialisierung für dich verändert?

Mit der Zeit wächst die fachliche Sicherheit. Durch die Spezialisierung konnte ich inzwischen ein eigenes Standing als wertvolle fachliche Ergänzung im Haus aufbauen, auf das Kolleginnen und Kollegen gern zurückgreifen. Sie wissen, dass sie sich bei Fragen immer an mich wenden können und freuen sich oft auch, wenn wir eine Wunde zusammen genauer analysieren. Ich empfinde das als sehr hohe berufliche Zufriedenheit.

Was macht deine spezialisierte Rolle für dich besonders?

Ich schätze die Möglichkeit, heute anders zu arbeiten als im klassischen Stationsalltag. Sowohl die Zusammenarbeit im internen Team als auch die eigene Weiterentwicklung auf Fortbildungen und Fachkongressen sind für mich wertvoll. Man lernt voneinander und entwickelt sich ständig weiter.  Besonders ist auch der Gestaltungsspielraum, den wir zunehmend im Haus haben: Mit wachsendem Bedarf wurde das Wundteam immer weiter ausgebaut und unterstützt. Dadurch konnten wir unsere Arbeit Schritt für Schritt weiterentwickeln.

Was würdest du Kolleginnen und Kollegen mitgeben, die über eine Spezialisierung nachdenken?

Keine Scheu vor Fragen, raus aus der Komfortzone. Oft ist mehr möglich, als man denkt. Wichtig ist, das Gespräch zu suchen und Interesse zu zeigen. Spezialisierung bedeutet, Verantwortung zu übernehmen und fachlich zu wachsen. Genau das wird hier im Haus unterstützt.

 

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