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Hoffnung für Herzpatienten

Erfolgreiche Einführung schonender Therapieverfahren bei Herzklappenschwäche: Chefarzt der Kardiologie und Angiologie, Dr. Klaus Hertting, Projektleiterin, Oberärztin Dr. Friederike Niehaus und der ltd. Oberarzt Dr. Daniel Hausmann haben bereits erste Patienten im Krankenhaus Buchholz erfolgreich behandelt.

Mit dem steigenden Lebensalter nimmt auch die Häufigkeit von Herzklappenfunktionsstörungen zu. Insbesondere die Segelklappen – die Ventile zwischen den Herzvorhöfen und -kammern – sind oft von einer Schließunfähigkeit, sog. Insuffizienz, betroffen. Diese Undichtigkeit führt dazu, dass Blut in den Vorhof zurückfließt, was Betroffene durch Luftnot, Leistungsminderung, Herzrhythmusstörungen stark beeinträchtigt und oft auch Krankenhausaufenthalte erfordert. Die klassische Therapie ist dann oft die herzchirurgische Rekonstruktion. Doch für viele Patienten, insbesondere sehr betagte oder solche mit schweren Begleiterkrankungen, ist der offene chirurgische Eingriff mit einem hohen Risiko verbunden. Genau hier setzt das Krankenhaus Buchholz mit einem zukunftsweisenden Ansatz an: Katheterinterventionelle Verfahren als minimal-invasive Alternative.

Zwei Verfahren für ein dichtes Herz

Seit 2025 bietet das Krankenhaus Buchholz zwei fortschrittliche kathetergestützte Therapien zur Behandlung der so genannten Mitralklappeninsuffizienz (Undichtigkeit der Klappe zwischen linkem Vorhof und linker Herzkammer) an, um die Klappe wieder dicht zu verschließen, ohne den Brustkorb zu öffnen. Die Ärzte setzen über einen Katheter einen kleinen Clip ein, der die freien Ränder der Mitralklappensegel im Bereich der größten Undichtigkeit zusammenheftet. Mit diesem Eingriff wurden bereits mehrere Patienten im Krankenhaus Buchholz erfolgreich behandelt. Eine zweite Methode ist die Raffung des Mitralklappenrings: Hierbei wird beim Patienten der erweiterte Klappenring durch die Einlage eines spangenartigen Gerüsts stabilisiert und verkleinert. Auch dieser Eingriff konnte bereits bei einigen Patienten in Lokalanästhesie vorgenommen werden.

Die Behandlungsentscheidung erfolgt im Rahmen eines interdisziplinären "Heart Teams", das sich aus Kardiologen, Herzchirurgen (in Kooperation mit dem AK Harburg), Anästhesisten und weiteren Fachärzten zusammensetzt. Diese Expertenrunde bewertet umfassend das individuelle Risiko und den Nutzen der jeweiligen Behandlung für den einzelnen Patienten.

Lebensqualität steht im Vordergrund

Die Leitung des innovativen Therapieprojekts liegt in den Händen von Oberärztin Dr. Friederike Niehaus, die ihre umfassende Expertise aus früheren Tätigkeitsorten, darunter das AK Harburg und das Krankenhaus Reinbek St. Adolph Stift, in die Buchholzer Kardiologie einbringt. Dr. Niehaus ordnet die Relevanz der neuen Behandlungsoptionen ein: „Für viele unserer Patienten, die aufgrund ihres Alters oder komplexer Begleiterkrankungen lange Zeit nur medikamentös behandelt werden konnten, sind diese Eingriffe eine echte Chance auf eine deutliche Besserung ihrer Herzfunktion und damit ihrer Alltagskompetenz. Sie schließen eine große Versorgungslücke.“ 
Dr. Klaus Hertting, Chefarzt der Sektion Kardiologie und Angiologie an den Krankenhäusern Buchholz und Winsen, ergänzt: „Die Verbesserung der Lebensqualität der oft älteren und mehrfach vorerkrankten Patienten steht dabei für uns im Vordergrund. Mit der Etablierung dieser Verfahren können wir den Menschen unseres Landkreises eine moderne Medizin auf hohem Niveau anbieten.“

Der erfolgreiche Start dieser komplexen Eingriffe ist ein Verdienst des gesamten Teams, betont Dr. Hertting: „Das außergewöhnliche Engagement und die Flexibilität der ärztlichen und pflegerischen Kollegen der Kardiologie aber auch der Abteilungskollegen der Anästhesie sowie der Intensiv- und IMC-Stationen waren entscheidende Voraussetzung für die Etablierung dieser lebensverbessernden Therapien in der Region.“

 

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