Krankenhaus Buchholz

17.12.2018 - Zwei neue Hüften auf einen Streich

Schnellen Schrittes durchquert Karsten Thees den Flur der Orthopädiestation im Krankenhaus Buchholz. Seine Arme hat er locker auf die Polster eines Gehwagens gelegt. Um den Mund des 63-Jährigen spielt ein Lächeln. Kaum zu glauben, dass Thees, ein Fahrradmechaniker von der Insel Usedom, erst am Tag zuvor operiert wurde. Er bekam zwei neue Hüftgelenke bei nur einem einzigen  Eingriff. Dass es Thees schon wieder so gut geht, ist der Expertise von Professor Dr. Christian Heinrich Flamme, Chefarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie im Krankenhaus Buchholz, zu verdanken. Professor Flamme nutzt für den Hüftgelenksersatz eine besondere Technik, den vorderen Zugang (siehe Kasten).

Sein Leben lang hat Karsten Thees viel Sport getrieben. Als Fünfjähriger begann er mit dem Fußballspielen. Später kamen Radrennen dazu. Während der Saison von März bis Oktober steht Thees oft zwölf Stunden hintereinander in der Werkstatt, um Räder zu verleihen oder zu reparieren. Doch selbst Rad zu fahren fiel ihm mit den Jahren immer schwerer. Auch mit seinen vier Enkelkindern durch den Garten zu toben machte ihm keinen rechten Spaß mehr. Schmerzen quälten ihn Tag und Nacht, ließen ihn kaum noch schlafen. Den Gedanken an eine Operation schob Thees weit weg. Bis er durch einen Zufall von Professor Flamme hörte. Der machte von 1999 bis 2008 mit seiner Familie jedes Jahr Urlaub auf Usedom. Und lernte dabei einen Eisverkäufer kennen, der unter Hüftproblemen litt und den Professor nach vielen gemeinsamen Sommern um Hilfe bat.  Flamme bot dem Mann an, ihn zu operieren. Der Eingriff gelang so gut, dass der Eisverkäufer begeistert war. Und nun seinem besten Freund Frank Thees ins Gewissen redete. „Du eierst herum, das kann man ja nicht mehr mit ansehen, ruf mal beim Professor an“. Thees googelte. Dabei erfuhr er, dass sich die Orthopädie im Krankenhaus Buchholz auf minimalinvasive Hüfteingriffe spezialisiert hat. Und als er dann noch im Netz darüber las, dass Professor Flamme selbst aktiver Radsportler ist, traute er sich: Am 13. November stellte sich Thees in Buchholz vor, knapp einen Monat später folgte die OP, die Thees auf seine Art vorbereitete: durch viel Gymnastik, um die Muskeln zu stärken. Mit einer Rückenmarksspritze örtlich betäubt, konnte Thees die Operation akustisch mitverfolgen. Der Lärm machte ihm nichts aus: „Orthopäden sind nun mal etwas lauter“. Am Tag danach spürte er nur leichte Schmerzen wie bei einem Muskelkater. Und setzte beim Gehen sofort und ohne zu zögern einen Fuß vor den anderen.

Schon am heutigen Mittwoch darf er nach Hause, um dort eine ambulante Reha zu beginnen. Die nächsten Wochen will Thees es ruhig angehen lassen, um im Frühjahr wieder fit zu sein für die nächste Fahrradsaison auf Usedom. So hat er es seinem Chef versprochen.

 

 

 

Der vordere Hüftzugang

Beim "direkten vorderen Zugang" (engl. DAA, direct anterior approach) zum Hüftgelenk wird die Prothese durch einen winzigen Schnitt in der Leistengegend eingebracht. Da an dieser Stelle eine natürliche Muskellücke besteht, ist dieser Zugang äußerst gewebeschonend, was die schnelle und schmerzarme Heilung fördert. Die Abteilung für Orthopädie und Unfallchirurgie im Krankenhaus Buchholz ist Referenzzentrum für minimalinvasive Hüftendoprothetik und bietet Ärzten aus ganz Deutschland die Gelegenheit, sich in der neuartigen DAA-Technik weiterzubilden.  

 

 

 


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