Krankenhaus Buchholz

13.08.2019 - Wieder mobil dank Knopf im Knie

Schon kurz nach der Operation kann Barbara Groblewska das Knie wieder beugen. Physiotherapeutin Kathrin Kirschner hilft ihr dabei

Mit einem Lächeln unterwegs auf dem Flur der Orthopädiestation: Kniepatientin Barbara Groblewska. Professor Flamme und Physiotherpeutin Kathrin Kirschner schauen zu Fotos: Krankenhaus Buchholz

Mit sicheren Schritten durchquert Barbara Groblewska den Flur der Orthopädiestation im Krankenhaus Buchholz. Nur ihre Gehstützen verraten, dass sie einen Eingriff hinter sich hat: Die 50-jährige Altenpflegerin wurde wegen eines Knorpelschadens am Knie operiert. Das ist jetzt knapp drei Tage her. Das Geheimnis ihrer schnellen Genesung: Das schadhafte Gelenk wurde nicht ersetzt, sondern repariert.

Beim Aussteigen aus dem Auto war die Altenpflegerin mit dem Fuß hängen geblieben, hatte sich das Bein verdreht. Dabei war ein Stück aus dem Knorpel des rechten Knies herausgebrochen. Knorpel überziehen die Enden von Ober- und Unterschenkel und lassen die Knochen reibungsfrei aufeinander gleiten. Bekommt die Knorpelschicht Löcher, entsteht daraus Arthrose. Den Natur-Knorpel zu ersetzen, ist nicht möglich. Deshalb wird vielfach trotz ansonsten intakter Knie-Strukturen eine Prothese implantiert. 

Für die 50-jährige Patientin fand Professor Dr. Christian Heinrich Flamme, Chefarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie im Krankenhaus Buchholz, eine neuartige und weitaus weniger invasive Lösung: Er versorgte die Patientin mit einem Hemicap-Implantat. Dieser „Knopf im Knie“ besteht aus einer langlebigen Kobalt-Chrom-Legierung und schließt passgenau mit der Oberfläche des Knochens ab.

Gegenüber herkömmlichen Verfahren wie etwa der Pridie-Bohrung, bei der Knochen angebohrt wird, um Stammzellen zur Bildung von Ersatzknorpel anzuregen, und der Knorpelzelltransplantation besteht der wesentliche Vorteil des neuartigen Verfahrens darin, dass das Knie sofort voll belastet werden kann. „Dass ich so schnell wieder fit werde, hatte ich nicht erwartet“, so die Patientin. Die 50-Jährige wird  schon in wenigen Tagen ihre Reha beginnen, um dann so schnell wie möglich in ihren Traumjob zurückzukehren.


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