Krankenhaus Buchholz

14.03.2019 - Schlaganfall – der Gefahr begegnen

PD Dr. Oliver Wittkugel führt Thrombektomien zur Schlaganfallbehandlung durch

Dr. Felix Butscheid, Chefarzt der Neurologie im Krankenhaus Buchholz

Rund tausend Bürger aus dem Landkreis mit einem akuten Schlaganfall werden jedes Jahr in den Krankenhäusern Buchholz und Winsen versorgt. Beide Häuser verfügen über zertifizierte Stroke Units, das sind Spezialeinheiten zur Diagnostik und Behandlung von Hirninfarkt, wie der Schlaganfall auch genannt wird. Die aktuellen Therapiemöglichkeiten werden vorgestellt beim GesundheitsGespräch am Donnerstag, 28. März, 19 Uhr, im Krankenhaus Buchholz. Die Referenten sind Dr. Felix Butscheid, Chefarzt der Neurologie im Krankenhaus Buchholz, der Neuroradiologe PD Dr. Oliver Wittkugel und Dr. Anne Menke, Oberärztin der Neurologie.

Ein Schlaganfall ist eine akute Minderdurchblutung des Gehirns. In 80 Prozent der Fälle werden Blutgefäße, die das Gehirn versorgen, von einem Gerinnsel verstopft. Rund 20 Prozent der Schlaganfälle werden durch Gehirnblutungen ausgelöst.

In den Schlaganfallspezialstationen werden die Patienten von qualifiziertem neurologischen Personal betreut. In der Tele Stroke Unit Winsen, die von der Neurologie Buchholz mitversorgt wird und mit dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf kooperiert, ist neuerdings ganztätig der Neurologe Peter Spyra im Einsatz.

Zwei wesentliche Therapiestrategien stehen zur Verfügung: die Thrombolyse, bei der Blutgerinnsel medikamentös aufgelöst werden, und die Thrombektomie. Hierbei wird unter Röntgenkontrolle ein Katheter durch die Blutgefäße bis ins Gehirn und dort bis hinter das Gerinnsel geschoben. Dann wird das Gerinnsel mit einer Art Korb eingefangen und mithilfe des Katheters aus dem Körper gezogen. Der Patient spürt umgehende Erleichterung. Die Gehirnzellen können sich meist von der vorübergehenden Minderversorgung vollständig erholen.

Dieses Verfahren, das im Krankenhaus Buchholz von PD Oliver Wittkugel und für Winsener Patienten direkt im UKE durchgeführt wird, hat auch bei ausgedehnten Gefäßverschlüssen Erfolg und ist für ca. zehn Prozent der Betroffenen geeignet, insbesondere für Patienten, die unter vielen Krankheiten leiden und in schlechtem Gesundheitszustand sind. Beide Verfahren, Lyse und Thromektomie, werden häufig miteinander kombiniert.

Voraussetzung dafür, dass diese hocheffektiven Behandlungsformen zur Anwendung kommen können, ist, dass unter 112 rechtzeitig die Rettungskette in Gang gesetzt wird. Denn das Zeitfenster für die Lyse beträgt lediglich viereinhalb Stunden nach dem Ereignis, das für Thrombektomie sechs Stunden.

Die Referenten des GesundheitsGesprächs haben es sich deshalb zum Ziel gesetzt, ihre Zuhörer für die Gefahren des Schlaganfalls zu sensibilisieren. Etwa die Hälfte aller Patienten hat noch ein Jahr danach mit Handicaps zu kämpfen, jeder zehnte stirbt. Das alles lässt sich durch rechtzeitige und fachgerechte Behandlung vermeiden. Deshalb im Zweifel die Notrufnummer lieber einmal zu viel als zu wenig nutzen, so der Rat der Schlaganfallexperten im Krankenhaus Buchholz.

 

 


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