Krankenhaus Buchholz

13.11.2018 - Neuer Vorstand und Neubaupläne

Hans Joachim Röhrs (li.) und Dr. Karl-Heinz Winterstein

Der neue Vorstand der Bürgerstiftung Hospiz (v.li.): Norbert Böttcher, Dr. Karl-Heinz Winterstein, Svenja Stadler, Joachim Berckenbrinck, Hans Dittmer

Ein ereignisreiches Jubiläum der Bürgerstiftung Hospiz Nordheide: Bei der Feier aus Anlass des 15-jährigen Bestehens der Stiftung im Krankenhaus Buchholz präsentierte sich ein neuer Vorstand. Oberkreisdirektor a.D. Hans Joachim Röhrs wurde als Vorsitzender verabschiedet, der Radiologe Dr. Karl-Heinz Winterstein als neuer Vorsitzender begrüßt. Außerdem wurden die Pläne zum Neubau des Hospizes vorgestellt.

Die Bürgerstiftung Hospiz Nordheide gründete sich im Februar 2003, um Finanzmittel für den Bau und Betrieb eines Hospizes in Buchholz einzuwerben. Damals war der Hospizgedanke in der Nordheideregion noch neu. Ein Haus, in dem Sterbenskranke pflegerisch und medizinisch umsorgt Abschied nehmen können, in dem sie begleitet werden, Zuwendung und Trost erfahren und nach Möglichkeit letzte Wünsche erfüllt bekommen, gab es damals nur in Bardowick und Syke. Doch warb bereits der Ökumenische Hospizdienst unter der Leitung von Sieglinde Winterstein für die Idee eines stationären Hospizes, von dem das erste bereits 1967 in England eröffnet worden war.

Die Vorstellung, auch in Buchholz ein solches Haus zu bauen, erschien visionär, so Landrat Rainer Rempe. Doch erstaunlich schnell fand sich Rückhalt in der Bevölkerung. Joachim Röhrs als „Zugpferd“ der Bewegung habe mit seinem Charisma, mit seiner absoluten Integrität und Glaubwürdigkeit für die neugegründete Stiftung viel bewegt und Großartiges geleistet. Er gehörte zu denen, die der neuen Stiftung eine Satzung gaben und im März 2003 zur ersten Stiftungsversammlung einluden. 25.000 Euro kamen schon am ersten Abend aus Spenden für das Projekt zusammen. Fünf Träger wurden für die Stiftung gewonnen: der Landkreis Harburg, die Kirchenkreise Hittfeld und Winsen, der Caritasverband für den Landkreis Harburg, die Krankenhäuser Buchholz und Winsen und das DRK Landkreis Harburg.

Mit der ehemaligen Aufnahmestation des Krankenhauses Buchholz war auch bald ein geeigneter Ort für das Hospiz gefunden. Die Umbaukosten sollten sich auf 1,8 Millionen Euro belaufen. „Mit Mut und Gottvertrauen“, so stellvertretender Stiftungsvorsitzender und früherer Chef der Sparkasse Tostedt, Hans Dittmer, wurde die Aufgabe angepackt. In nur einem halben Jahr gelang es, 800.000 Euro an Spendengeldern einzuwerben. Und schon im November 2005 zog der erste Gast in das Hospiz. Seither gehört die finanzielle Förderung des Hospizes, der ambulanten Hospizdienste in der Region sowie der Palliativstation im Krankenhaus Winsen zu den Aufgaben der Hospizstiftung.

Seit den Anfangstagen hat Hans Joachim Röhrs die Bürgerstiftung Hospiz ununterbrochen geführt. „Es war eine Herzenssache“, bekannte er. Zufrieden blickte er auf die Entwicklung der Einrichtung zurück. In den vergangenen zehn Jahren habe das Hospiz 1600 Gäste aufgenommen. Ärzte und Pflegepersonal, aber auch Ehrenamtliche leisteten in der Palliativarbeit einen gesellschaftlichen Beitrag, dessen Wert nicht hoch genug eingeschätzt werden könne. Mit dem Hospiz sei eine wichtige Versorgungslücke in der Betreuung älterer Menschen geschlossen worden, bilanzierte Röhrs.

Dr. Winterstein, ehemals Radiologe im Krankenhaus Buchholz und neuer Vorsitzender der Stiftung, ernannte Röhrs, der im Januar seinen 87. Geburtstag feiert, zum Ehrenvorsitzenden. Mit dem Abschied aus dem Stiftungsvorstand endet für den ehemaligen Oberkreisdirektor sein 60-jähriges Engagement für den Landkreis Harburg. 

Neu im Vorstand ist jetzt die Bundestagsabgeordnete und stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der Krankenhäuser, Svenja Stadler.

Nicht nur personell, sondern auch finanziell ist die Bürgerstiftung weiterhin gut aufgestellt. Sie verfügt über 4,2 Millionen Einnahmen aus 16800 Einzelbeiträgen. Allerdings, so sagte Hans Dittmer, darf das Vermögen laut Stiftungsrecht nicht angetastet werden. Nur die finanziellen Erträge stehen zur Verfügung. Bisher konnten  daraus 100.000 Euro pro Jahr für die Hospizarbeit bereit gestellt werden. Doch werde es immer schwieriger, das Stiftungsvermögen in Zeiten niedriger Zinsen gewinnbringend anzulegen, machte Dittmer deutlich. Die Stiftung ist also weiterhin auf Spenden angewiesen. Dies um so mehr, weil der Bau eines neuen Hospizgebäudes geplant wird.

Norbert Böttcher, Geschäftsführer der Krankenhäuser Buchholz und Winsen, skizzierte die Situation. Noch in diesem Jahr sollen die Vorbereitungsarbeiten für die Aufstockung des Bettenhauses West beginnen, um weitere Bettenkapazitäten für das Krankenhaus Buchholz zu schaffen. Diese Baumaßnahme ist Teil eines Masterplans zur schrittweisen kompletten Modernisierung des Krankenhauses bis zum Ende der 20er Jahre. Mitte der 20er Jahre sollen alle alten Anbauten einem modernen Funktionsbau weichen – eine Investition von über 80 Millionen Euro. Für das Hospiz, das sich in unmittelbarer Nähe zum Bettenhaus West befindet, bedeutet das eine räumliche Einengung und Baulärm. Deshalb soll das Hospiz verlegt werden. Der Landkreis Harburg hat dem Krankenhaus ein Grundstück ganz in der Nähe übertragen, das die Krankenhäuser der Hospizstiftung zur Verfügung stellen. Wie Peter Johannsen, Geschäftsführer des Hospizes Buchholz, erläuterte, wird das neue Haus 14 Plätze statt bisher zwölf umfassen. Vier Architektenentwürfe liegen vor, über die der Stiftungsvorstand entscheiden wird. Schon im nächsten Jahr soll gebaut werden, voraussichtliche Fertigstellung des Hospizes wird im Jahre 2020 sein.  Ein weiteres Kapitel in der Geschichte der Hospizbewegung in der Nordheidestadt, die, so Dr. Christian Pott, Ärztlicher Direktor des Krankenhauses Buchholz, auch eine Erfolgsgeschichte sei. Zwar sei es nicht mehr möglich, die Gäste des Hospizes zu heilen. „Aber helfen können wir immer“, so Dr. Pott. Dabei bewähre sich die enge Zusammenarbeit zwischen dem Hospiz und dem Krankenhaus. In vielen Fällen könnten die Möglichkeiten moderner Medizin viel dazu beitragen, Schmerzen der Patienten zu lindern. Umgekehrt habe die palliative Arbeit des Hospizes auch der Krankenhausarbeit wertvolle Impulse gebracht. „Die räumliche und personelle Nähe tut beiden Seiten gut“, so Dr. Pott.     

 

 

 


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