Aktuelles

Nach dem Gelenkersatz wieder richtig fit werden

Nicht nur schmerzfrei sein, sondern möglichst viel von der früheren Leistungskraft und Selbstständigkeit zurückgewinnen - das wünschen sich wohl die meisten Knie- und Hüftpatienten, die sich einer Gelenkersatzoperation unterziehen. Professor Dr. Christian Heinrich Flamme, Chefarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie im Krankenhaus Buchholz, und Petra Böker, Therapieleitung der Waldklinik Jesteburg, haben ein Intensivprogramm entwickelt, mit dem Gelenkpatienten schon während des Krankenhausaufenthalts fit werden und bestens vorbereitet ihren Rehaaufenthalt beginnen können.

Das neue Intensivprogramm umfasst die Operationsvorbereitung, die Operation selbst und die Nachbehandlung. Grundlage des Programms ist die jahrelange vertrauensvolle Kooperation der beiden Häuser: Physiotherapeuten des Krankenhauses Buchholz und der Waldklinik arbeiten nach dem gleichen Konzept, was lange Eingewöhnungsphasen für die Patienten vermeidet.

Schon vor der stationären Aufnahme werden die Patienten ins Krankenhaus Buchholz eingeladen, wo sie unter der Anleitung von Physiotherapeuten das Gehen an Stützen erlernen.

Die Operation selbst führen Professor Flamme und sein Team mit minimalinvasiven,  gewebeschonenden Techniken durch. Die Patienten bekommen während des Eingriffs blutungshemmende Medikamente. Auf Wunddrainagen wird, wo möglich, verzichtet.

Noch am Tag der Operation werden die Patienten wieder mobilisiert. Die Physiotherapie im Krankenhaus Buchholz hat ihre Dienstpläne zeitlich erweitert, um wirklich jedem Patienten eine fachkundige Begleitung bei den ersten Schritten zu ermöglichen.

Bisher ein Hindernis bei der Frühmobilisation: Manche Patienten klagten über Übelkeit, Schwindel und Kreislaufprobleme, berichtet Professor Flamme. Das ist nicht selten eine Folge von zentralwirksamen Schmerzmitteln. In Zukunft verzichtet die Orthopädie Buchholz weitgehend auf diese Mittel und verabreicht stattdessen Präparate, die zwar den Schmerz nehmen, den Kopf aber klar lassen. Zusätzlich erhalten die Patienten während und nach der Operation Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen, die gleichzeitig den Bedarf an Schmerzmitteln herabsetzen.

Vielfach fehlt es den Frischoperierten an Kraft. Sie haben über Stunden nichts zu sich genommen und kommen nicht mehr richtig in Gang. Ab sofort dürfen Gelenkpatienten im Krankenhaus Buchholz vor dem Eingriff ein Glas Wasser trinken und nach dem Aufwachen ein Fruchteis essen. Diese hochkalorische Nahrung bringt den Kreislauf auf Touren, regt die Verdauung an und hilft, Übelkeit zu vermeiden.  

Manche Patienten möchte nach der Operation gern sehen, was gemacht wurde und wie groß die Wunde ist. Bisher war ein Blick durch dicke Pflasterverbände kaum möglich. Neuerdings werden transparente Spezialpflaster verwendet. Sie müssen nur alle vier Tage gewechselt werden, was die Gefahr von Infektionen noch weiter reduziert.

Der Entlassungstag war für die meisten Patienten bisher ein Tag ohne Therapie. Auch das ändert sich. Statt um 9 Uhr werden die Patienten jetzt erst um 11 Uhr in ihre Rehaklinik gefahren. Dann haben sie ihre Physiotherapie, ihr Bewegungsbad und alle weiteren Anwendungen, die für ihre Genesung wichtig sind, schon absolviert.

Das neue Intensivprogramm, bei dessen Entwicklung die behandelnden Ärzte des Krankenhauses Buchholz, die Abteilungen für Anästhesie, Physiotherapie, die Ambulanz und nicht zuletzt das Pflegepersonal auf den Stationen sowie der Sozialdienst mitgewirkt haben, ist bereits an einer Reihe von Patienten erprobt worden. „Wir haben einen deutlichen Unterschied zu den Rehateilnehmern aus anderen Einrichtungen bemerkt“, bestätigt Petra Böker. „Die Buchholzer Patienten wirkten äußerst frisch und ausgeruht und waren ohne Probleme in der Lage, sofort die Komplexbehandlung mit vier Therapieterminen am Tag zu bewältigen“, lobt die Rehaexpertin.

 

 

 

 

Zurück
Zertifikat 1
Zertifikat 2
Zertifikat 12
Zertifikat 6
Zertifikat 7
Zertifikat 8
Zertifikat 9
Zertifikat 11
Zertifikat 13
Zertifikat 15
Zertifikat 16