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Nach Beckenbruch schnell mobil

Professor Christian Heinrich Flamme begleitet Anne Krüger auf dem Krankenhausflur

Die 83-Jährige Anne Krüger aus Bötersheim bei Tostedt ist auf einem guten Weg. Nur wenige Tage nach einem Beckenringbruch macht sie am Rollator die ersten Schritte. Zu verdanken hat sie das Professor Dr. Christian Heinrich Flamme, Chefarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie im Krankenhaus Buchholz, und einer spezialisierten Operationstechnik, die in der Klinik eingesetzt wird.

Eine umgeschlagene Teppichkante brachte Anne Krüger, die in unmittelbarer Nähe ihrer drei Kinder wohnt, an einem Sonntagabend ins Stolpern. Sie schlug lang hin und krachte mit dem Kopf in eine Standvase. „Die Vase war platt, doch mein Kopf noch heil“, kommentiert sie trocken. Dass noch mehr kaputt war als das Blumengefäß bemerkte die alte Dame zunächst nicht. Sie versuchte auf dem Bauch ins Wohnzimmer zu robben, um ans Telefon zu kommen.

Glück im Unglück: Einer ihrer Söhne, der gerade draußen die Mülltonne herausstellen wollte, hörte ein Rumpeln, kam sofort und versuchte mit seiner Schwester, die Mutter auf den Rücken zu drehen. Doch das tat ihr weh, sehr weh sogar. Die Geschwister riefen den Rettungswagen, der Anne Krüger ins Krankenhaus Buchholz brachte. Intensive Untersuchungen folgten. Das Ergebnis: Anne Krüger hatte sich den Beckenring gebrochen.

Der Beckenring besteht aus Schambein, Sitzbein, Darmbein und dem Kreuzbein, verbindet den Rumpf mit den Beinen, schützt die inneren Organe und gibt dem Körper Stabilität. Wie Professor Flamme erklärt, sind Beckenringbrüche bei jungen Leuten meist Folge eines Unfalls („Hochrasanztrauma“). Bei Senioren kann ein Stolpern genügen, um den Beckenring zu sprengen. Erklärung: Die Knochenstruktur verliert mit den Jahren an Festigkeit (Osteoporose). Oft wird die Osteoporose erst durch einen Knochenbruch bemerkt.

Etwa die Hälfte der rund 100 Beckenringbrüche, die im Krankenhaus Buchholz jährlich behandelt werden, heilen durch Bettruhe und anschließende schmerzangepasste Mobilisation aus. Nicht so bei Anne Krüger. Sie hatte sich nicht nur Schambein und Sitzbein, sondern auch das Kreuzbein gebrochen. An einer Operation führte deshalb für sie kein Weg vorbei.

Bei diesem Eingriff wird eine Schraube in den hinteren Bereich des Beckenrings eingebracht. Die Platzierung der Schraube im Kreuzbein ist eine knifflige Aufgabe. Denn dort verlaufen Nerven, Gefäße und die Hauptschlagader. Knochen überlagern sich und die Sicht des Operateurs ist eingeschränkt.

Deshalb kommt den Chirurgen im Krankenhaus Buchholz ein 3D-Bildwandler zur Hilfe. Er lässt sie die bisher verborgene dritte Ebene des Operationsgebiets klar erkennen und zeigt ihnen schon während der Operation, ob der Eingriff geglückt ist. Spätestens am Tag danach können die Patienten wieder aufstehen. Das erspart ihnen die mit längerer Bettlägerigkeit verbundenen Risiken wie Muskelschwund, Thrombose und Lungenentzündung, so Professor Flamme.

Anne Krüger kommt fast mühelos aus dem Krankenbett, auf dem Flur geht sie am Rollator, wie sie es von den Physiotherapeuten des Hauses gelernt hat: mit geradem Rücken und festen Schritten. In wenigen Tagen schon wird sie ihre Reha antreten, denn sie will ja wieder fit genug werden, um ihren eigenen Haushalt zu versorgen.

Das Schutz-Programm gegen Osteoporose

Knochenschwund (Osteoporose) erhöht deutlich das Risiko, im Alter zu stürzen und sich einen Knochenbruch zuzuziehen. Doch Osteoporose ist kein Schicksal. Professor Flamme  empfiehlt vor allem jungen Menschen, ihre Knochen regelmäßig durch körperliche Aktivität zu stärken. Insbesondere durch Training gegen Widerstand gewinnen Knochen an Stabilität.

In der dunklen Jahreszeit ist nach dem Rat des Orthopäden eine Nahrungsergänzung mit Vitamin D und Calcium sinnvoll, da der Körper in dieser Zeit das Vitamin D nicht selbst bilden kann.

Frauen ab dem 60. und Männer ab dem 70. Lebensjahr sollten darüber hinaus regelmäßig zur Knochendichtemessung gehen, damit eine Osteoporose erkannt und behandelt werden kann. 

 

 

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