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Korrekturprogramm für Schiefnasen

 

 

Mitten im Gesicht und damit im Zentrum der Wahrnehmung: Die Nase bestimmt maßgeblich, wie der Mensch aussieht. Gleichzeitig ist das Organ unentbehrlich für die Atmung, für das Riechen und Schmecken sowie für die Sprachbildung, denn sie dient als Resonanzraum für die Stimme. Ist die Nase schief oder verletzt, leiden Selbstbewusstsein und Lebensqualität. Dr. Jens Hummel, Chefarzt für HNO-Heilkunde im Krankenhaus Buchholz, und sein Fachärzteteam bringen kranke und krumme Nasen wieder ins Lot.

Viele Nasenprobleme sind vererbt. Andere nehmen ihren Anfang in der Kindheit: Bei einem Sturz oder Unfall kann die Nasenscheidewand zwischen den beiden Nasenröhren verletzt werden und sich verkrümmen. So entsteht eine Engstelle, die den Luftstrom beim Ein- und Ausatmen blockiert. Die Betroffenen atmen dann überwiegend durch den Mund. Die Folge: nächtliches Schnarchen, trockener Hals, mangelnde Geruchswahrnehmung sowie eine näselnde Artikulation.

Vielfach bleibt die Krümmung nicht auf die Nasenscheidewand beschränkt, sondern auch die äußere Nase bekommt eine schiefe Ausrichtung. „Das ist wie bei einem Zelt, bei dem die verkrümmte Stange die gesamte Konstruktion in eine Richtung zieht“, erklärt Dr. Hummel.

Mit einer Operation kann der Chefarzt die Nasenscheidewand und damit die Nase wieder begradigen. Ziel ist es dabei weniger, ästhetische Makel zu beseitigen, sondern vielmehr die einwandfreie Funktion des Organs sicherzustellen.

Dr. Hummel nimmt sich viel Zeit für die Vorgespräche, in denen er die Motivation und Erwartungen seiner Patienten erfragt, um so Patienten mit Körperschemastörungen, also einer krankhaft veränderter Selbstwahrnehmung, und solche mit schweren Persönlichkeitsstörungen zu identifizieren. „Sonst sind Enttäuschungen programmiert“, so der Chefarzt.

Die Operation erfolgt unter örtlicher Betäubung. Im Anschluss an den Eingriff, mit dem meist zwei Tage Krankenhausaufenthalt verbunden sind, wird die Nase von innen mit Tamponaden versehen und von außen mit einem Pflaster oder einem Gips versorgt, der zwei bis drei Wochen getragen werden muss. Bis zu sechs Wochen sind Schonung und Vorsicht erforderlich, auch beim Schnäuzen. Bis die Nase ihre alte Stabilität zurück hat, vergeht bis zu einem Jahr, so Dr. Hummel.

Der HNO-Chefarzt rät dazu, bei Beschwerden frühzeitig ärztlichen Rat einzuholen, ob eine operative Nasenkorrektur helfen kann. „Von allein bessern sich die Probleme nicht und diejenigen, die sich erfolgreich haben operieren lassen, bedauern es oft, nicht schon früher gekommen zu sein.“  

Auch Auto- und vor allem Sportunfälle können eine Operation der Nase erforderlich machen. Werden Kampfsportler und Boxer beim Fight an der Nase getroffen, geht nicht selten das Nasenbein zu Bruch und auch die Knorpelmasse, die die Nasenspitze formt, wird in Mitleidenschaft gezogen. Heilt die Verletzung, bleibt die Nase eingedrückt und hat das Aussehen eines Sattels oder wirkt völlig platt.

Dr. Hummel rät Sportlern, sich erst nach Abschluss der aktiven Karriere operieren zu lassen. Zu oft hat er erlebt, dass seine mühsame Rekonstruktionsarbeit buchstäblich mit einem einzelnen Schlag wieder zunichte gemacht wurde.

Bei Unfallopfern, aber auch bei Tumorpatienten kann es vorkommen, dass die knöchernen Nasenstrukturen so in Mitleidenschaft gezogen sind, dass Dr. Hummel an einer anderen Stelle des Körpers Knochenmaterial entnehmen muss, um eine zufriedenstellende Rekonstruktion herzustellen. Besonders der Ohrknorpel oder auch die Rippen eignen sich als Spendenquelle. Alte Fotos des Patienten dienen Dr. Hummel in solchen Fällen als Hilfe, um eine möglichst optimale, dem Gesicht angepasste Form der Nase zu finden. Der begrenzende Faktor bei diesen Operationen ist die Hautmenge. Ist die Nase zuvor sehr klein gewesen, hat sich die Haut angepasst und lässt sich nur bis zu einem gewissen Grad wieder dehnen.

Das Ergebnis einer solchen Operation ist nicht unbedingt eine optisch perfekte Filmstarnase. Sondern vielmehr die Fähigkeit, wieder zu riechen, zu schmecken und vor allem tief durchatmen und ruhig schlafen zu können.

 

 

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