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Hilfe für Hernien-Patienten

Dr. Scheruhn und Oliver König mit einem Kunststoffnetz, wie es bei Hernienoperationen verwendet wird

Eine Lücke in der Bauchwand, durch die sich Bauchhaut schiebt und oft auch Teile von Organen - das ist eine Hernie, im Volksmund auch Bruch genannt. Oft ist der Defekt als Beule auf dem Bauch oder der Leistenregion deutlich sichtbar, tut jedoch nicht weh. Um dann plötzlich mit stärksten Schmerzen auf sich aufmerksam zu machen. Im Hernienzentrum des Krankenhauses Buchholz mit Chefarzt Dr. Michael Scheruhn und Leitendem Oberarzt Oliver König finden Patienten Hilfe. Auch neueste OP-Verfahren wie die MILOS-Technik werden hier eingesetzt. Beide Ärzte haben über 20-jährige Erfahrung in der Hernien-Chirurgie und operieren jedes Jahr über 400 Patienten.

Schon Babys können Hernien bekommen: Der Nabelbruch ist jedoch meist harmlos und verheilt von selbst. Auch bei Schwangerschaften kommt es vor, dass die Bauchdecke dem Druck nicht standhält. Doch die meisten Hernien treten jenseits der Lebensmitte auf. Dass schweres Heben einen Bruch auslösen könne, sei eine falsche Vorstellung, erklärt Oliver König. Vielmehr wird das Bindegewebe im Laufe der Jahre weicher und nachgiebiger. Dort, wo keine Muskeln es stützen, kann es sich öffnen.

Der Leistenbruch ist die am weitesten verbreitete Hernienart. Besonders Männer sind betroffen. Wird im Bruch ein Stück Darm eingeklemmt und von der Blutversorgung abgeschnitten, ist der Schmerz heftig. „Diese Patienten sind Notfälle und werden bei uns im Krankenhaus sofort operiert“, sagt Dr. Scheruhn.

Während in früheren Jahren eine Hernienoperation einen großen Schnitt durch die Bauchdecke und lange Krankschreibung bedeutete, können Patienten inzwischen damit rechnen, schnell wieder fit zu werden - und es auch zu bleiben. Denn Netze, die für den Körper gut verträglich sind, verschließen die Lücken in der Bauchdecke dauerhaft und reduzieren das Rückfallrisiko drastisch.

Eine besonders elegante Methode, diese Netze zu implantieren, ist die MILOS-Technik. Durch einen etwa zwei Zentimeter langen Bauchschnitt wird das OP-Werkzeug eingebracht. Dann wird die ausgetretene Bauchhaut entfernt, die Organe werden zurückgeschoben und die Bauchhaut, die den gesamten Bauchraum auskleidet, wird vernäht. Dann wird mithilfe von endoskopischen Instrumenten zwischen Bauchfell und oberster Bindegewebsschicht ein Kunststoffnetz ausgebreitet und befestigt. Das Netz kommt nicht mit der Bauchhöhle und den Eingeweiden in Kontakt, kann deshalb auch nicht mit ihnen verwachsen.

Der Patient bleibt anschließend zwei bis drei Tage im Krankenhaus. Die Narbe verblasst bald, Sport ist nach spätestens zwei Wochen wieder möglich. Wie Dr. Scheruhn und Oberarzt König betonen, eignet sich die MILOS-Methode auch für sehr große Hernien.

Um den hohen Standard der Operationen zu sichern, hat sich das Hernienzentrum im Krankenhaus Buchholz dem Hernienregister Herniamed angeschlossen, in dem Patientendaten gespeichert und die Ergebnisse der Behandlungen bis zu zehn Jahre nachverfolgt werden können.

 

 

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