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Hilfe für Delir-Patienten

Die ehrenamtlichen Helfer Marlis Engelbarts (li.) und Hannelore Jung (r.) mit Dr. Gabriele Probandt

 

Die ehrenamtlichen Demenz- und Delir-Betreuer im Krankenhaus Buchholz um Fachärztin Dr. Gabriele Probandt suchen neue Mitstreiter, um ihre Arbeit auch in Zukunft verlässlich fortsetzen zu können.

Ob bei der Behandlung einer schweren Krankheit oder nach einem operativen Eingriff: Insbesondere Patienten in der zweiten Lebenshälfte verlieren dabei oft die Orientierung. Sie wachen auf und erinnern sich weder daran, welcher Tag ist, noch wo sie sind und was sie in diese Lage gebracht hat. Fachleute wie die Geriaterin Dr. Probandt sprechen dann von Delir, einer vorübergehenden Einschränkung der geistigen Fähigkeiten. Besonders ältere und vorerkrankte Patienten sind Delir-gefährdet, weil sie nicht mehr so viele Ressourcen haben, um gesundheitliche Krise zu bewältigen. Auch Patienten im Frühstadium einer – vielleicht noch nicht bekannten – Demenz entwickeln häufiger ein Delir. Das Ergebnis: Unruhe und Angst, die eine Genesung beeinträchtigen.

Ärzte und Pflegende haben oft nicht die Zeit, sich den betroffenen Patienten in dem Maß zu widmen, in dem das notwendig wäre. Hier springen die Ehrenamtlichen ein. Zwei von ihnen sind Hannelore Jung und Marlis Engelbarts, beide aus Buchholz. Mindestens einmal in der Woche kommen sie für zwei Stunden auf die Krankenhausstationen und setzen sich zu den Patienten ans Bett. Im Gespräch versuchen sie, die Kranken wieder in die Realität zurückzuholen. “Das Wichtigste ist, die Patienten spüren zu lassen, dass wir Zeit für sie haben, sie wertschätzen und sie mit Sympathie begleiten“, beschreibt Marlis Engelbarts.

Gemeinsam mit Hannelore Jung, einer ehemaligen Lehrerin, hat Engelbarts, die vor kurzem als  Lohnbuchhalterin in Rente gegangen ist, eine Ausbildung für ihr Ehrenamt bekommen, über zwei Monate jeweils zwei Stunden in der Woche. Dabei hat sie gelernt, wie sie auf Patienten zugeht, aber auch, wie sie das, was ihr anvertraut wird, nicht so dicht an sich herankommen zu lassen, dass es sie persönlich belastet.

In der Phase der Ruhe und Orientierung, die ihnen die Delirbegleiter schenken, finden viele Patienten wieder zu sich selbst. Sie lächeln, drücken ihren Helfern dankbar die Hand. Hannelore Jung findet in diesen Momenten die Bestätigung ihres Tuns. „Ich weiß, da ist viel Einsamkeit in der Welt. Allein in fremder Umgebung zu sein, potenziert die Ängste“, weiß die Pädagogin. Mit viel Empathie versucht sie, sich auf die Situation des Kranken einzulassen, um zu helfen.

Wenn es mal nicht weiter geht, finden die Delir-Betreuer, die weitgehend selbständig arbeiten, in Dr. Probandt und dem Delir-Team des Krankenhauses jederzeit Ansprechpartner. Auch gibt es eine enge Zusammenarbeit mit der Krankenhaus-Psychologin. 

Bedingt durch Corona hat das ursprünglich zehnköpfige Team ein Jahr nicht arbeiten können und sich in dieser Zeit personell halbiert. Ab November wollen die Ehrenamtlichen wieder durchstarten. Wer Interesse hat, bei den Delir-Betreuern mitzumachen, meldet sich im Sekretariat der Medizinischen Klinik des Krankenhauses Buchholz, Tel. 04181 – 131301 (Frau Bau) und hinterlässt seine Kontaktdaten. Dr. Gabriele Probandt führt dann ein intensives Einstiegsgespräch mit den Bewerbern.

 

 

 

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