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Frischer Wind auf "Station H"

Für zwei Wochen übernahmen jetzt Auszubildende der Gesundheitsfachschule Buchholz (GSBZ) die Leitung der Station H für Innere Medizin im Krankenhaus Buchholz. Ein Praxistest, der nicht nur den jungen Leuten, sondern auch Patient*innen gut gefiel.

Medikamente stellen, Infusionen vorbereiten, Blutdruck messen, mit Ärzten sprechen, auf Wünsche der Kranken eingehen, flexibel und empathisch sein - vieles, was den Auszubildenden vermittelt wird, klingt so einfach. Doch funktioniert es wirklich in der Praxis und unter Stress? Vor allem aber: Wie fühlt es sich an, wenn man selbst Verantwortung übernimmt?

„Als unser Projekt begann, waren wir ganz schön aufgeregt und es hat ein paar Tage gedauert, bis wir ein harmonisches Team wurden“, berichten Isabell Wagner (19) aus Buchholz und Celine Richter (22) aus Meckelfeld. Sie und die übrigen 24 Auszubildenden aus den Krankenhäusern Buchholz und Winsen kannten sich bisher nur aus der Gesundheitsfachschule. Der Praxistest forderte viel von den künftigen Fachkräften, aber er motiviert sie auch: „Wir hatten gedacht, dass wir vieles von dem, was wir in der Schule gelernt haben, nie wieder brauchen würden. Doch wir haben wirklich alles davon gebraucht“, geben die jungen Frauen zu.

Richtig gut angekommen in ihrer Rolle als eine von zwei gewählten Stationsleitungen fühlt sich Roksana Waskowska (26) aus Wintermoor. Dienstpläne zu schreiben, Ersatz zu finden, wenn sich jemand krank gemeldet hat, und dafür gerade zu stehen, dass die Versorgung der Kranken zuverlässig weiterläuft, sind Aufgaben, die ihr gut gefallen haben.

Dass auch das Austeilen der Mahlzeiten, das sonst von Stationsassistentinnen übernommen wird, zu ihren täglichen Pflichten gehörte, nutzte Cathleen Engel (19) aus Buchholz dazu, Kontakte zu pflegen. „Ich habe viel über die Menschen hier erfahren und auch eine Frau kennengelernt, die sich selbst das Klavierspielen beigebracht hat“, erzählt sie, sichtbar beeindruckt. Sie weiß, wie wichtig diese Gespräche sind, um den oft langen und monotonen Tag der Patient*innen zu strukturieren und ihnen Mut zu machen.

Nicole Domalski (21) aus Halvesbostel genoss die gute Stimmung im Team auf der Station und lobt, dass die Ärzte geduldig und immer ansprechbar waren.

Das Projekt „Auszubildende leiten eine Station“ ist fester Bestandteil der dreijährigen Pflege-Ausbildung. Wie Projektleitung Corinna Moltkau erklärt, soll es den Auszubildenden vor ihrem Examen im Sommer Gelegenheit geben, zu erproben, was vom Gelernten schon klappt und wo noch nachgearbeitet werden darf.

Das Gelingen des Projekts verlangt viel Engagement von den Stationskräften und insbesondere von der Praxisanleitung, die die Auszubildenden im Hintergrund begleitet. Stellvertretende Stationsleitung Daniel Tetzlaff: „Wir halten uns zurück, denn wir wollen den Auszubildenden ermöglichen, authentisch zu erfahren, was sie in ihrem Beruf alles bedenken müssen und was später im Alltag auf sie zukommt.“ Die Profis verstehen sich als „Backup, das eingreift, wenn nötig“, aber das sei eher selten der Fall, so Routinier Tetzlaff weiter.

Den Patient*innen sind die Auszubildenden, an ihren roten Kasacks leicht zu erkennen, stets willkommen. Sobald die jungen Leute in die Zimmer kommen, geht ein Lächeln über die Gesichter. „Die bringen hier richtig frischen Wind rein“, sagt Lisa Cordes aus Neu Wulmstorf anerkennend.

 

Foto 1: Roksana Waskowska im vergnügten Gespräch mit einer älteren Patientin. Stellvertretende Stationsleitung Daniel Tetzlaff schaut zu

 

 

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