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Damit der Schlaganfall nicht wiederkommt

Lächelnd sitzt Sakine Örüm im Garten ihres schmucken Einfamilienhauses in Winsen und genießt die Sonne. Die 55-Jährige hat allen Grund, zufrieden zu sein: Sie überlebte einen Schlaganfall ohne gesundheitliche Folgen. Und sie ist künftig optimal vor weiteren Schlaganfällen geschützt. Das alles verdankt sie der Leistungskraft moderner Medizin. Und der Reaktionsschnelle ihrer ältesten Tochter. 

„Ich war in der Küche beschäftigt“, erinnert sich die freundliche Frau. „Plötzlich wurde mir schwindelig. Es fühlte sich an wie ein Erdbeben.“ Während die Wände auf sie einzustürzen schienen, schloss sie die Augen und hielt sich an der Arbeitsplatte fest. Glücklicherweise war ihre älteste Tochter im Haus. Sie reagierte sofort, rief den Notdienst und schon eine halbe Stunde später lag Sakine Örüm im Krankenhaus Winsen auf der Untersuchungsliege. „Sie haben alles an mir untersucht, den Kopf, die Hände, die Arme, Beine, Füße“, beschreibt sie. „Dann hat mir ein Arzt gesagt, ich hätte einen leichten Schlaganfall erlitten.“

Per Rettungswagen wurde die Winsenerin ins Krankenhaus Buchholz gebracht. Dort steht neben der Stroke Unit, einer zertifizierten Schlaganfallstation, über die beide Häuser verfügen, auch ein Katheterlabor zur Verfügung.

Erneut wurde Sakine Örüm von Kopf bis Fuß durchgecheckt. Denn die Ärzte konnten sich kaum erklären, wie es bei ihr zum Schlaganfall, einer akuten Durchblutungsstörung in Teilen des Gehirns, gekommen sein könnte. Die Frau war bis dahin nie krank gewesen und hatte sich stets auf die Leistungskraft ihres Körpers verlassen können.

Eine Ultraschalluntersuchung durch die Speiseröhre, bei der sich auch auf das Herz schauen lässt, brachte die Lösung: Sakine Örüm litt an einem offenen Foramen ovale (PFO). Darunter verstehen Ärzte eine bleibende Verbindung zwischen rechtem und linkem Herz-Vorhof. Im Mutterleib haben alle Embryos eine solche Verbindung. Nach der Geburt verschließt sie sich normalerweise. Doch bei etwa 20 Prozent aller Erwachsenen klappt das nicht. Das Problem: Über den Defekt können kleine Blutgerinnsel – z.B. aus den Becken- oder Beinvenen – aus dem rechten in den linken Herzvorhof gelangen und von dort mit dem Blutstrom ins Gehirn gespült werden, wo sie Blutgefäße blockieren.

In einem halbstündigen Eingriff im Katheterlabor führten Dr. Klaus Hertting, Chefarzt der Sektion Kardiologie und Angiologie, und Leitender Oberarzt Dr. Daniel Hausmann deshalb eine kleine Kanüle in die Leistenvene ihrer Patientin, die sich im Dämmerschlaf entspannte. Unter Röntgen- und Ultraschallkontrolle schoben die Ärzte die Kanüle bis zur Vorhofscheidewand vor und implantierten einen kleinen Schirm („Okkluder“), der den Defekt verschließt.

Zu Hause darf Sakine Örüm jetzt wieder alles tun, was ihr Freude macht. Lediglich die blutverdünnenden Medikamente und regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind neu für sie. „Aber das macht mir nichts aus. Ich hatte sehr viel Glück im Unglück“, sagt sie. 

Die Sicherheit und Wirksamkeit des Verfahrens wurden in mehreren wissenschaftlichen Studien bestätigt. Die Entscheidung für einen solchen Eingriff wird in einer gemeinsamen Konferenz zwischen Kardiologen, Neurologen und Neuroradiologen der Krankenhäuser Buchholz und Winsen getroffen.  

 

 

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