Krankenhaus Buchholz

11.09.2017 - Kontrolle beugt Krebs vor

In der Dysplasiesprechstunde berät Oberärztin Sandra Tiedeke Patientinnen, bei denen Zellveränderungen festgestellt wurden Foto: Krankenhaus Buchholz

Die Gynäkologie im Krankenhaus Buchholz bietet seit Neuestem eine Dysplasie-Sprechstunde an. In dieser Sprechstunde am Mittwochnachmittag werden unklare Veränderungen am Gebärmutterhals untersucht. Die Sprechstunde betreut Sandra Tiedeke, seit April dieses Jahres Oberärztin im Krankenhaus Buchholz.

Ab dem 20. Lebensjahr können Frauen einmal jährlich auf Kassenkosten einen Krebsvorsorgetest bei ihrem niedergelassenen Gynäkologen durchführen lassen. Dabei nimmt der Arzt einen Abstrich vom Muttermund der Gebärmutter. Zeigen sich in diesem Abstrich gravierende oder anhaltende Zellveränderungen, wird den Frauen empfohlen, sich in einer Dysplasiesprechstunde im Krankenhaus vorzustellen. Dort steht ein Koloskop bereit. Das ist ein spezielles Mikroskop, mit der Arzt das äußere Genitale, Scheide und Muttermund stark vergrößern kann. Um verdächtige Zellen zu identifizieren, werden entsprechende Bereiche mit Essig bestrichen. Dabei verfärben sich kranke Zellen weiß und sind leicht zu erkennen, erläutert Sandra Tiedeke. Das kann etwas brennen, doch ist die Untersuchung an sich schmerzlos. In manchen Fällen muss mit einer Knipszange zusätzlich eine Gewebeprobe entnommen werden.

Die Zellveränderungen sind in den meisten Fällen gutartig und heilen von selbst wieder aus.  Sandra Tiedecke empfiehlt den Patientinnen dann, erst einmal abzuwarten und zu beobachten. Bei hochgradigen Zellveränderungen ist allerdings ein operativer Eingriff nötig. Denn aus diesen Zellen kann im Verlauf von Jahren Krebs entstehen. Bei der Operation wird das erkrankte Gewebe mit Hilfe einer elektrischen Schlinge vom Muttermund abgetragen. Auch nach diesem Eingriff können Frauen noch schwanger werden und Kinder austragen, betont Sandra Tiedeke.

Die jährliche Kontrolle bei einem Frauenarzt des Vertrauens, der Veränderungen im Körper seiner Patientin sicher erkennt, und die engmaschige Beobachtung von Dysplasien ist eine wirksame Früherkennung von Gewebsveränderungen und reduziert das Risiko, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken, so Sandra Tiedeke. Frauen, deren Gebärmutter entfernt wurde, sollten ebenfalls zur Vorsorge gehen, weil sich Zellveränderungen auch an anderen Stellen des weiblichen Genitals entwickeln können, erklärt die Fachärztin.

Auslöser von Dysplasien sind bestimmte Arten von Humanen Papillomviren (HPV), die beim sexuellen Kontakt übertragen werden. Für Mädchen bis zum 17. Lebensjahr ist deshalb eine HPV-Impfung Kassenleistung. Doch ersetzt sie nicht den Arztbesuch.

 

 

 


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