Krankenhaus Buchholz

19.06.2017 - Autonomie bis zuletzt bewahren

BU: Referenten und Teilnehmer des ersten Buchholzer Palliativ-Fachtags Foto: Krankenhaus Buchholz

Schwerkranke auf ihrem letzten Weg zu begleiten, stellt nicht nur Angehörige, sondern auch professionelle Helfer vor Herausforderungen. Jetzt trafen sich 35 beruflich und ehrenamtlich Aktive aus der Palliativ- und Hospizarbeit im Buchholzer Krankenhaus, um Erfahrungen auszutauschen, Referate zu hören und die Strukturen der Zusammenarbeit zu verbessern. Die Leitung der Veranstaltung hatten Claudia Minners von der Johanniter-Unfall-Hilfe und Dr. Christian Pott, Ärztlicher Direktor des Krankenhauses Buchholz.

Initiiert worden war das Treffen vom Qualitätzirkel Palliativ- und Hospizarbeit im Landkreis Harburg, in dem sich Pflegedienste, Ärzte, Seelsorger, Hospizmitarbeiter und Landkreisvertreter zweimal jährlich treffen.

Das neue Palliativgesetz, die verbesserten Möglichkeiten, durch Strahlentherapie Schmerzen zu lindern, und die Arbeit des klinischen Ethik-Konzils in den Krankenhäusern Buchholz und Winsen waren Themen der Vorträge beim Palliativ-Fachtag.

Wie in den Gesprächen deutlich wurde, gibt es trotz der vielfältigen Bemühungen immer noch Schnittstellen, wo es hakt. Beispielsweise beim Übergang eines Patienten vom Krankenhaus zum Pflegedienst, so schilderte Nikolaus Lemberg, Geschäftsführer der Interessengemeinschaft Ambulante Pflege Salzhausen. „Innerhalb von Minuten ist der Pflegedienst gefordert, einen komplexen Fall zu durchdringen“. Das könne kaum gelingen. Sinnvoll sei es, die Mitarbeiter der Palliativpflege schon vor der Entlassung des Patienten mit auf die Station in die Krankenhäuser zu bitten, war sich das Plenum einig: „Das geschriebene Wort ersetzt  nicht das persönliche Gespräch“, so Cindy Losch vom Johanniter Pflegedienst Winsen und Regina Schwanitz, Pflegedienstmitarbeiterin im Krankenhaus Winsen.

Die Autonomie der Kranken zu sichern war ein weiteres Thema, zu dem sich die Teilnehmer austauschten. Den Patienten bis zuletzt eigene Entscheidungen zu ermöglichen und auch in ausweglosen Situationen sein Selbstbestimmungsrecht zu erhalten, sichere Lebensqualität, so Dr. Linda Wanke, Internistin im Krankenhaus Buchholz.

Wie wichtig es sei, schon frühzeitig das Gespräch mit den Patienten zu suchen, um sie kennen zu lernen und deren Wünsche zu erfahren, betonte Psychoonkologin Dr. Karen Hamel: „So können wir Ruhe und Sicherheit ausstrahlen und im Notfall richtig reagieren“. Auch die Angehörigen sollten mit einbezogen werden. Sie bräuchten häufig ebenso Unterstützung wie der Kranke selbst.  

Ein zufriedenes Fazit der Veranstaltung zog Claudia Minners : „Hier haben sich Leute getroffen, die sonst nicht zusammengekommen wären“. Sich untereinander zu kennen und zu kommunizieren, helfe bei der Arbeit in diesem hoch sensiblen Umfeld. „Wir denken daran, die Veranstaltung auch im kommenden Jahr anzubieten“, so Dr. Pott.  

 

BU: Referenten und Teilnehmer des ersten Buchholzer Palliativ-Fachtags Foto: Krankenhaus Buchholz 


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