Krankenhaus Buchholz

Dialysepflichtige Niereninsuffizienz

Zu den Hauptaufgaben der Nieren zählt es, Stoffwechselgifte auszuscheiden sowie den Wasser- und Elektrolythaushalt, den Blutdruck, den Knochenstoffwechsel, den Säure-Basen-Haushalt und den Bluthormonspiegel zu regulieren. Bei chronischer Niereninsuffizienz arbeiten die Nieren nach und nach weniger, bis sie ihre Funktion schließlich ganz einstellen. Mit sinkender Nierentätigkeit steigen Substanzen wie Harnstoff, Harnsäure oder Kreatinin im Blut an, die in höheren Mengen giftig sind und normalerweise über die Nieren mit dem Urin ausgeschieden werden.

Im fortgeschrittenen Stadium einer chronischen Nierenerkrankung sollten Patient, Angehörige und Arzt entscheiden, welches Nierenersatzverfahren im Fall eines weiteren Nierenfunktionsverlustes eingesetzt werden sollte. Zur Auswahl stehen:

  1. Hämodialyse (Blutwäsche),
  2. Peritonealdialyse (Bauchfelldialyse),
  3. Nierentransplantation (ggf. präemptiv, d. h. noch vor Beginn einer Dialysebehandlung, wenn ein geeigneter Spender zur Verfügung steht).

Falls ein Nieren¬ ersatzverfahren gewu?nscht ist und eine pra?emptive Nierentransplantation nicht mo?glich, sollen die zwei Optionen Perito¬nealdialyse (PD) und Ha?modialyse (HD) mit dem Patienten besprochen werden. Ziel ist eine freie Entscheidung fu?r das Verfahren, welches am besten zur Le¬bensweise des Patienten passt.

Die Planung eines sicheren Zugangs fu?r die Hämodialyse ist im klinischen Alltag ha?u¬fig nicht einfach. Jeder Patient sollte die Dialyse mit einem definitiven Zugang be¬ginnen. Die Anlage eines Shunts sollte 3 bis 12 Monaten vor dem Dialysebeginn er¬ folgen, damit eine ausreichende Reifungs¬phase garantiert wird und damit ein even¬tuell nicht funktionierender Shunt ver¬bessert oder ersetzt werden kann.

Die Einleitung einer Ha?modialysebe¬bandlung sollte immer mit einem dauer¬haften Gefa?ßzugang erfolgen. Der Zugang erster Wahl ist eine native Fistel (Shunt, Kurzschlussverbindung zwischen Arterie und Vene). Wenn diese Option nicht mo?glich ist, soll eine arterioveno?se Verbindung mit einer Kunststoffprothese angelegt werden. Nur in Ausnahmefa?llen soll ein getunnelter Ka¬theter als Gefa?ßzugang bevorzugt werden.

Hämodialysekatheter sind mit einer erho?hten Gesamtsterblichkeit und mit einem ho?heren Risiko fu?r kardiovaskuläre Ereignisse und Infektionen assoziiert.  Es gibt aber Situationen, in denen die Anlage eines Dialysekatheters nicht zu vermeiden ist. Hierzu gehört die Notwendigkeit einer sofortigen Dialyse bei akutem Nierenversagen oder bei sich schnell verschlechternder Nierenfunktion, ohne dass Zeit für die Reifungsphase eines Shunts bleibt. Optimalerweise wird hierzu ein getunnelter Dialysekatheter, ein sogenannter Demerskatheter, angelegt.

Diese Operation führen wir an unserem Krankenhaus in örtlicher Betäubung durch. Der Patient bleibt einige Tage danach im Krankenhaus, bis sich der Allgemeinzustand und die Laborwerte so weit stabilisiert haben, dass eine Entlassung in die ambulante Behandlung möglich ist.

Eine Shuntoperation soll optimal geplant werden. Die Beurteilung beru?cksichtigt den klinischen Zustand des Patienten und die Gefa?ßanatomie. Dier Ultraschall hat sich fu?r die Darstellung der Gefa?ße vor Shuntanlage durchgesetzt.
In der Gefäßsprechstunde des Krankenhaus Buchholz erfolgt die detaillierte klinische und sonographische Untersuchung zur Shuntplanung. Sie erhalten dann einen Termin für die Operation. In der Regel beträgt der stationäre Aufenthalt 2 – 3 Tage.

Auch Operationen bei Shuntproblemen oder akuten Shuntverschlüssen werden hier durchgeführt. Für diesen Fall besteht ein enger Kontakt mit den Nephrologen der umgebenden Dialysepraxen, um die Operation zeitnah und unkompliziert für den Patienten planen zu können.

Eine weitere Möglichkeit der Nierenwäsche ist die Bauchfelldialyse, die sogenannte Peritonealdialyse. Dabei übernimmt das Bauchfell die Filterfunktion der ausgefallenen Nieren. Das Bauchfell ist eine dünne Haut, die im Körper alle Organe und die komplette Bauchhöhle überzieht. Dadurch weist das Peritoneum eine große Oberfläche auf – beim erwachsenen Menschen umfasst es insgesamt bis zu zwei Quadratmeter. Die Peritonealdialyse nutzt das Bauchfell als Filtermembran: Stoffe, die durch den Ausfall der Niere nicht mehr ausgeschieden werden, sowie überschüssiges Wasser können das Peritoneum passieren.

Für die Peritonealdialyse wird ein flexibler Schlauch durch die Bauchdecke in die Bauchhöhle eingelegt, im Krankenhaus Buchholz geschieht dies laparoskopisch assistiert. Dadurch kann in Schlüssellochtechnik über eine Kamera geprüft werden, ob Verwachsungen in der Bauchhöhle vorhanden sind, diese können gelöst werden und unter Sicht kann dann die Katheterspitze an den tiefsten Punkt des Bauchraums gelegt werden.

Dieser Eingriff findet in Vollnarkose statt, der Aufenthalt im Krankenhaus beträgt 4 - 5 Tage.

 

Downloads

Patienteninfo - zur OP-Vorbereitung bei Kurzschlussverbindung zwischen Arterie und Vene

Patienteninfo - zur OP-Vorbereitung bei Demerskatheterimplantation

Patienteninfo - zur OP-Vorbereitung bei Peritonealdialysekatheterimplantation

 

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Chefärztin

Dr. Annette Karrasch

Chefärztin der Abteilung für Gefäß- und Endovaskulärchirurgie

annette.karrasch
@krankenhaus-buchholz.de