Krankenhaus Buchholz

Bauchaortenaneurysma

Ein Aortenaneurysma ist eine umschriebene Erweiterung der Bauchschlagader um mindestens das eineinhalbfache des Gefäßdurchmessers. Die Aorta hat im normalen Zustand einen Durchmesser von 2-2,5 cm.

Ein Aortenaneurysma kann platzen. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Aneurysma platzt, hängt von Größe und Form der Aufweitung ab. Sind es weniger als 5 cm, ist die Gefahr gering. Ab 5 cm steigt das Risiko drastisch an.
Im Falle eines Platzens (Ruptur) erreichen 90% der Patienten das Krankenhaus nicht mehr lebend. Von den 10% der bei einer Ruptur operierten Patienten überlebt nur jeder Zweite.
Bei geplanten Operationen eines Bauchaortenaneurysmas überleben hingegen 95-97% der Patienten.

Das Aortenaneurysma verursacht in der Regel kaum Schmerzen. Einige Patienten spüren im Liegen eine Pulsation im Bauch und Rücken (“Herz im Bauch“)
Im Falle der Ruptur klagen die Patienten über unerträgliche Bauch-und Flankenschmerzen die in den Rücken und oder Leiste ausstrahlen. Es kommt rasch zum Kreislaufzusammenbruch.

Die Ursachen der Entstehung eines Aortenaneurysmas sind noch weitestgehend ungeklärt.
Durch Degeneration der Arterienwand kommt es zur Aufweitung. Langjähriger Hypertonus (Bluthochdruck) und chronische Lungenerkrankungen spielen in der Entstehung eine Rolle.
Ist bei einem 65-jährigen Patienten der Durchmesser der Aorta größer als 2,5 cm, so ist die Entstehung eines Aortenaneurysma wahrscheinlich. 2-5% der Bevölkerung haben ein Aortenaneurysma. Die Häufigkeit in den höheren Altersgruppen nimmt zu.

Die wichtigste Untersuchung ist der Ultraschall. Diese einfache Untersuchung reicht in der Regel zur Diagnosestellung.
Bei einem Durchmesser größer als 4,5 cm werden zusätzliche diagnostische Maßnahmen eingeleitet: die Computertomographie und eine Gefäßdarstellung (Angiographie).

Abhängig von Form und Größe des Aneurysmas gibt es 3 Behandlungsmöglichkeiten

  • Ultraschallkontrollen in 3-4 monatigen Abständen bei kleinen Aneurysmen
  • minimalinvasive Ausschaltung (endovaskulär oder laparoskopisch)
  • offen chirurgische Ausschaltung

Bei der endovaskulären Therapie werden über die operativ freigelegten Leistenschlagadern unter Röntgenkontrolle Stent-Prothesenimplantate bis zum Aneurysma vorgeschoben. Bei der endovaskulären Ausschaltung ist die Entlassung bereits am 6. bis 8.Tag möglich. Mittlerweile können 70-80% der Aneurysmen mithilfe dieser Methode behandelt werden.
Der Eingriff erfolgt in Vollnarkose und Sie werden für eine Nacht auf der Intensivstation überwacht. Bereits am ersten tag nach der Operation können Sie aufstehen, die Entlassung erfolgt häufig eine Woche nach der Operation.

Bei der offenen Ausschaltung wird die Bauchschlagader nach Eröffnung der Bauchhöhle freigelegt. Der Ersatz des veränderten Gefäßes erfolgt mittels einer Kunststoffprothese. Der Eingriff erfolgt in Vollnarkose, vor der Operation erhalten Sie einen in den Rückenmarkskanal eingebrachten Schmerzkatheter. Damit wird die Atmung nach der Operation deutlich erleichtert, es sind kaum Schmerzen vorhanden und Sie können schnell mobilisiert werden. Die Rückkehr zum normalen Leben (Essen, Trinken und orale Medikamenteneinnahme) ist am 2. bis 3. Tag möglich. In der Regel werden Sie zwischen dem 10 und 12.Tag nach der Operation entlassen.

Bei Auftreten folgender Symptome sollte der Hausarzt informiert werden:

  • Fieber (>38°C)
  • Veränderungen der Operationswunde (Rötung, Schwellung)
  • kühle Beine
  • Rücken-oder Bauchschmerzen
  • Übelkeit, Brechreiz, Bluterbrechen, Bluthusten und Luftnot
  • Blut im Stuhl

Bitte setzen Sie keine in der Klinik verordneten Medikamente selbstständig ab. Bei Unverträglichkeit wenden Sie sich an Ihren Hausarzt
Nach einer endovaskulären Ausschaltung ist alle 12 Monate eine Ultraschalluntersuchung oder CT-Untersuchung notwendig.

Unser interdisziplinäres Team im Gefäßzentrum ist mit allen modernen Untersuchungs- und Behandlungsmethoden des abdominalen Aortenaneurysma vertraut. Bei allen Fragen suchen Sie uns rechtzeitig auf. Gemeinsam werden wir das bestmögliche Behandlungskonzept für Sie erarbeiten.

 

Downloads

Patienteninformation - offene Aneurysmaausschaltung

Patienteninformation zur OP-Vorbereitung "Aortenstent"

 

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Chefärztin

Dr. Annette Karrasch

Chefärztin der Abteilung für Gefäß- und Endovaskulärchirurgie

annette.karrasch
@krankenhaus-buchholz.de