Knie
Liebe Patientin, lieber Patient,
in unserer Abteilung für Orthopädische Chirurgie bieten wir Ihnen die gesamte Bandbreite der modernen Knieprothetik.
Angefangen bei der Schlittenprothese über den Teilersatz des Kniescheibengleitlagers bis hin zum Oberflächenersatz für das ganze Kniegelenk und der gekoppelten Knieprothese bieten wir für jeden Patienten eine maßgeschneiderte, den individuellen Bedürfnissen angepasste Versorgung.
Welche Art für Sie die Richtige ist, erläutern wir gerne in einem persönlichen Gespräch. Hier aber schon einige Informationen zu den verschiedenen Varianten:
Schlittenprothese "Oxford" Fa. Biomet:
Diese Variante setzen wir bei Patienten ein, bei denen lediglich der innere Kniegelenkspalt verschlissen ist. Voraussetzung ist also ein gut erhaltener Knorpel auf der Außenseite und hinter der Kniescheibe. Darüber hinaus ist eine gute Bandstabilität unbedingte Voraussetzung.

Nach der Operation dürfen unsere Patienten noch am OP-Tag das operierte Bein voll belasten.
Weitere Informationen rund um die Knieprothetik finden Sie auch auf folgenden Websites:
Teilersatz des Kniescheibengleitlagers (Wave®):
Ist lediglich eine sog. Retropatellararthrose, also eine isolierte Kniescheibenarthrose vorhanden, können wir eine Überkronung des Gleitlagers vornehmen. Hierbei bleiben der innere und äußere Gelenkspalt von der Prothese unberührt.

Auch bei dieser Versorgung dürfen unsere Patienten noch am OP-Tag das operierte Bein voll belasten.
Vollständiger Oberflächenersatz (Genesis II®):
Dieses ist die am häufigsten benutzte Knieprothesenvariante. Bei ihr werden alle Gelenkanteile überkront. Die wichtigsten Bänder des Kniegelenkes werden erhalten und gewährleisten so das korrekte Gelenkspiel. Der Knochenverlust ist durch die Überkronung der Gelenkflächen minimiert.
| postoperative Röntgenaufnahmen |
Genesis II ® - Prothese |
Unsere Patienten dürfen bereits am OP-Tag das operierte Bein wieder voll belasten.
Gekoppelte Knieprothese:
Diese vor mehr als zehn Jahren noch am häufigsten implantierte Variante wird heute wegen des höheren Knochenverlustes beim Einbau nur noch in Revisionseingriffen oder bei erheblichen Knochendefekten oder Bandschäden verwendet.
Individuelle, patientenadaptierte Instrumente für den Oberflächenersatz des Kniegelenkes:
Bei der Versorgung mit standardisierten Schnittlehren bearbeitet der Operateur den Knochen so, dass er optimal dem Standard-Implantat angepasst ist.
Da jeder Patient unterschiedliche anatomische Verhältnisse aufweist, muss teilweise unnötig viel Knochen geopfert werden, um einen optimalen Sitz der Prothese zu gewährleisten.
Mit der Visionair®-Methode werden die Schnittlehren der individuellen Anatomie des Patienten angepasst.
Zur Planung und Herstellung der Prothese ist vor der Operation eine Kernspintomographie (auch "MRT") und eine Röntgenaufnahme der Beinachse erforderlich. Anhand der Daten dieser Untersuchung wird das Implantat in den USA hergestellt und zur Operation nach Buchholz gesandt.
Weitere Informationen erhalten Sie unter www.smith-nephew.de
Wie ist der Ablauf?
Ihre Erstvorstellung in unserer Klinik wird oft über Ihren behandelnden Orthopäden, Chirurgen oder über die Hausärztin/den Hausarzt organisiert werden.
Sie erhalten dann einen Termin in unserer Gelenksprechstunde (Tel: 04181-131252 / -131253).
Bringen Sie bitte zu diesem Termin ihre Krankenkassen-Chipkarte und eine Krankenhauseinweisung sowie alle für die OP wichtigen Unterlagen oder Röntgenbilder, MRT-Bilder mit.
Nach Untersuchung und Beratung werden dann ein vorstationärer Termin und ein Op-Termin vereinbart.
Der vorstationäre Termin ist ein ambulanter Termin kurz vor der OP und dient den erforderlichen Voruntersuchungen (Labor, Narkosegespräch, ggf. EKG und Röntgen, nochmalige Besprechung der OP).
Planen Sie für diese Untersuchungen bitte etwa 4 bis 5 Stunden ein.
Am OP-Tag kommen Sie dann nüchtern um 7.00 Uhr Morgens auf die Station. Dort werden letzte Vorbereitungen erfolgen.
Nach der OP und der Aufwachphase im Aufwachraum werden Sie in der Regel wieder auf die Station zurück gebracht. Bei Erfordernis verbringen Sie ggf. die erste Nacht zur Überwachung auf der Intensivstation.
Der stationäre Aufenthalt dauert durchschnittlich etwa 10 Tage. Diese Dauer kann individuell aber stark variieren.
Schon am ersten Tag nach der OP werden Sie in aller Regel das operierte Bein voll belasten können und erlernen mit unseren Physiotherapeuten zusammen das Gehen an Gehstützen. Bereits wenige Tage nach der OP nehmen Sie dann bereits an der Wassergymnastik in unserem Therapiebecken im Hause teil.
Wir haben für Sie sowohl Gruppen- als auch Einzeltherapie vorgesehen.
Es schließt sich auf Wunsch eine von uns organisierte Reha-Behandlung (ambulant oder stationär) an. In Abhängigkeit von der Zustimmung ihrer Krankenkasse ist der Ort der Reha-Behandlung wählbar.
Nach der etwa 3 Wochen dauernden Reha werden Sie durch Ihren Orthopäden oder Chirurgen oder Ihre Hausärztin / Ihren Hausarzt vor Ort weiter betreut.
Wir bieten Ihnen HIER die Informations-Broschüre "Das künstliche Kniegelenk" zum download an.
Weitere Operationen am Kniegelenk:
- Kniespiegelungen
- Behandlung von Kreuzbandrissen durch die "healing response"-Methode. Im Gegensatz zur Kreuzband-Ersatzplastik wird hier keine Sehne als Ersatz in das Kniegelenk eingezogen, sondern am Kreuzbandansatz am Oberschenkel kleine Knocheneröffnungen gesetzt (Mikrofrakturierung). Durch diese treten Stammzellen aus. Die Stammzellen formen sich zu Sehnenzellen um und führen zu einer Heilung des abgerissenen Bandes an korrekter Stelle.
Ein besonderes Nachbehandlungsprotokoll führt in der Folgezeit zu einer sicheren Einheilung des Kreuzbandes. So ist es möglich, bereits 3 Monate nach dem Eingriff auch Leistungssport wieder aufnehmen zu können.
Die Erfolgsrate liegt bei 85%. Das OP-Trauma ist im Vergleich zu einer Ersatzplastik minimal und es bleibt die Möglichkeit einer späteren Ersatzplastik bestehen. - Behandlung von Knorpelschäden durch:
- Knorpelglättung
- Mikrofrakturierung
- Thermoablation
- Knorpel-Knochen-Transplantation ("OATS")
- Knorpelzelltransplantation
- Behandlung von Meniskusschäden durch:
- Meniskusnaht
- Meniskusteilentfernung
Terminvereinbarung für eine ambulante Untersuchung oder eine OP:

