Informationen für Patienten

Abteilung für Strahlentherapie

Das Krankenhaus Buchholz hat seit 1974 eine eigene Abteilung für Strahlentherapie. Unter Leitung durch die Chefärzte Dr. med. Uwe Imgart und Dr. Peter Andreas werden hier Patienten mit Tumorleiden und schmerzhaften Gelenkbeschwerden in kurzer Entfernung zum Wohnort behandelt.

In den Jahren 2000/2001 wurde unsere Abteilung räumlich und apparativ grundlegend erneuert und umgestaltet. Wir bieten jetzt alle Möglichkeiten einer modernen Strahlentherapie wie:

- die Behandlung sowohl ambulanter als auch stationärer Patienten

- die Behandlung nach internationalen und nationalen Standards

- die enge Zusammenarbeit mit anderen Fachabteilungen des Hauses

- eine interdisziplinäre Falldiskussion in den Tumorzentren der Region

- die Behandlung mit derzeit noch einem modernen Linearbescheluniger - ab Mitte 2011 wird die Abteilung über zwei Geräte verfügen

- die fachkundige Durchführung von Begleitbehandlungen, z.B. Chemotherapie, nach Bedarf ambulant oder stationär

- die regelmäßige Durchführung von Nachuntersuchungen auf Strahlenfolgen nach Abschluss der Therapie 

Unsere Ausstattung:

- Ein Linearbeschleuniger mit unterschiedlichen Strahlenarten verschiedener Energie

- Eine spezielle Blende (Lamellenkollimator) zur präzisen Eingrenzung des Bestrahlungsgebietes

- Präzise Lagerung der Patienten mithilfe von modernen Lagerungshilfen und Lasern

- Ein Röntgen-Simulator zur Einstellung und Kontrolle der Bestrahlungsfelder

- Dreidimensionale Bestrahlungsplanung auf der Basis einer Computertomographie

- 3D-konformale Bestrahlung und Einsatz der IMRT (intensitätsmodulierten Strahlentherapie)

Ab Mitte 2011 werden wir unser Leistungsspektrum nach Ausbau der Abteilung noch vergrößern durch:

- die Anschaffung eines eigenen Computer-Tomographen mit großer Öffnung. Dieser ermöglicht den optimalen Einsatz aller Lagerungshilfen und verbessert den Patientenkomfort

- die Einführung der bildgeführten dynamischen IMRT mithilfe des neuen Linearbeschleunigers

- die Anschaffung eines Brachytherapie-Gerätes. Die Bestrahlung geeigneter Tumoren findet hier kleinvolumig durch Einbringen eines gekapselten Strahlers in das Gewebe in der sogenannten After-Loading-Technik statt

Anmeldung

Ihr behandelnder Arzt kann Sie bei uns zur Strahlentherapie anmelden, Sie erhalten dann einen Vorstellungstermin. Bitte bringen Sie dazu mit bzw. lassen Sie von Ihrem Arzt vorher zu uns schicken:

- alle verfügbaren Röntgenaufnahmen, Computertomographien, Knochenszintigraphien und ähnliche Untersuchungen

- Arztbriefe und Laborbefunde, insbesondere Operationsberichte und Gewebeuntersuchungen

- ganz wichtig: Unterlagen über frühere Bestrahlungen

- und natürlich Ihren Überweisungsschein und Ihre Chipkarte

- sowie evtl. einen Merkzettel mit Ihren wichtigsten Fragen.

Erstvorstellung

Unser Arzt wird mit Ihnen ausführlich über Ihre Krankheit sowie die Möglichkeiten und Risiken einer Strahlenbehandlung oder auch anderer Behandlungen sprechen. Es kann sich dabei zeigen, dass weitere Untersuchungen oder Beratungen mit anderen Fachärzten für eine Entscheidung erforderlich werden, in diesem Fall würden wir mit Ihnen einen weiteren Termin vereinbaren.

Wenn Sie nach diesem Gespräch einer Strahlentherapie zustimmen, werden wir Sie zur Planung der Bestrahlung einbestellen.

Planung der Bestrahlung

Um Ihre Behandlung möglichst genau und individuell planen zu können, werden wir Sie in den meisten Fällen als erstes auf dem Röntgen-Simulator durchleuchten. Hier legen wir fest, wie Sie später jeden Tag in genau gleicher Weise gelagert werden sollen und fertigen ggf. spezielle Lagerungshilfen dazu an. Wir zeichnen auch Markierungen auf Ihre Haut und/oder die Lagerungshilfen, um Ihre Position wieder genau reproduzieren zu können, und grenzen das zu bestrahlende Gebiet ein.

Meist folgt als nächstes eine Computertomographie in derselben Lagerung zur Darstellung Ihrer inneren Organe, so dass wir diese bei der Planung genau berücksichtigen können. Die CT-Bilder werden über eine Datenleitung an unseren Planungsrechner übertragen. Der Arzt grenzt das zu bestrahlende Gebiet genau ein, unsere Physiker berechnen dann, wie wir dieses Gebiet gleichmäßig wirksam bestrahlen und dabei Nachbarorgane, je nach ihrer Empfindlichkeit, optimal schonen können.

Diese Pläne werden anschließend mit dem Arzt besprochen. Bis zum optimalen Plan kann das mehrere Tage in Anspruch nehmen, der Aufwand lohnt sich jedoch.

Simulation


Sie werden nun wieder zur Simulation einbestellt. Auf dem Röntgen-Simulator und in der Ihnen schon bekannten Lagerung simulieren wir nun den errechneten Bestrahlungsplan, d.h. alle vorgesehenen Einstellungen des Linearbeschleunigers werden hier überprüft, dabei werden Sie durchleuchtet und es werden Röntgenaufnahmen angefertigt. Auch hier kann und muss der Arzt unter Umständen noch Änderungen vornehmen, denken Sie etwa an den Fall, dass Sie in der Zwischenzeit zu- oder abgenommen haben.

Die endgültigen Felder werden nun auf Ihrer Haut markiert. Bitte achten Sie darauf, dass diese Markierungen erhalten bleiben.

Bestrahlung


Wenn unsere Medizinisch-Technischen Assistentinnen (MTAs) alle erforderlichen Daten in das Computersystem des Linearbeschleunigers eingegeben haben, können Sie nun zum ersten Mal bestrahlt werden. Die Lagerung kennen Sie bereits. Die Bestrahlung selbst dauert nur kurz, besteht aber aus mehreren Einstellungen. Unsere MTA sagt Ihnen, wie Sie sich während der Bestrahlung verhalten sollen. Sie selbst spüren von der Bestrahlung nichts.

Meist müssen Sie 5 Tage in der Woche zum Bestrahlen kommen, täglich zur gleichen Zeit. Da wir uns für jeden Patienten ausreichend Zeit nehmen, sind manchmal Wartezeiten für die anderen unvermeidlich, haben Sie dann bitte etwas Geduld.

Eine Bestrahlungsserie dauert meist einige Wochen (genaueres für speziell Ihren Fall sagt Ihnen der Arzt), bitte richten Sie sich mit Ihren Terminen darauf ein. Unterbrechungen der Serie dürfen nicht zu lange dauern, um die Wirksamkeit nicht zu gefährden. Während dieser Zeit sollten Sie alle zusätzlichen Belastungen Ihrer Haut, z.B. Sauna, Sonne, Shampoos, Deodorants usw. absolut vermeiden, näheres sagt Ihnen unser Arzt.

Wenn Sie während der Therapieserie Fragen an den Arzt, besondere Beschwerden o.ä. haben, wird Ihnen jederzeit die MTA einen Termin beim Arzt besorgen. Zum Abschluss der Serie ist auf jeden Fall ein Gespräch vorgesehen, ein weiteres ca. 2 Wochen danach.

Nachsorge

Bei Tumorerkrankungen werden unsere Patienten über Jahre hinweg in regelmäßigen Abständen zur Nachsorgeuntersuchung gebeten. Bitte nehmen Sie diese Termine wahr, Sie dienen dem Erhalt Ihrer Gesundheit. Für uns ist die Nachsorge ein Teil der Qualitätskontrolle und die Bestätigung für sorgfältige Arbeit.