Hysterektomie - angebotene Operationstechniken zur Entfernung der Gebärmutter

1. Die vaginale Hysterektomie
gilt als die am wenigsten aufwändige und wenig belastende Operation zur Entfernung der Gebärmutter. Schon in der Antike im Jahre 120 v. Chr. wurde diese Operation durch Soranus von Ephesus durchgeführt und beschrieben. 1813 nahm Langenbeck die erste vaginale Hysterektomie der Gegenwart vor. Bei dieser Operationstechnik wird die Gebärmutter komplett, also unter Mitnahme des Gebärmutterhalses, entfernt. Auch die sog. Adnexe (Eileiter und Eierstock) können von versierten Operateuren über diesen Zugangsweg, wenn es notwendig ist, entnommen werden. Der stationäre Aufenthalt der Patientin nach der Operation beträgt im Durchschnitt 3-5 Tage.
 

2. Die abdominale Hysterektomie
nutzt einen "Bauchschnitt" als Zugangsweg um an die Gebärmutter zu gelangen. 1863 führte Charles Clay in Manchester die erste abdominale Hysterektomie durch. Damals unter Nutzung eines Längsschnittes am Unterbauch. 1920 dann führte der Operateur Pfannenstiel den Unterbauchtransversalschnitt, der heute auch als "Bikini-Schnitt" bekannt ist, ein. Heute versucht man, die abdominale Operation möglichst zu vermeiden und auf andere Techniken auszuweichen, jedoch oftmals ist aufgrund der Größe der Gebärmutter, des Zustandes nach Voroperationen oder wegen des Charakters der Grunderkrankung die Durchführung in dieser Weise indiziert. Die Patientinnen verbringen ca. 4-7 Tage nach der Operation im Krankenhaus.

3. Die laparoskopisch-assistierte vaginale Hysterektomie
nutzt zwei Zugangswege zur Entfernung der Gebärmutter. Per Bauchspiegelung (Laparoskopie) wird das Organ "vorpräpariert" und teilweise aus seiner Befestigung herausgelöst um dann im zweiten Teil der Operation auf vaginalem Weg entfernt zu werden. Der Gebärmutterhals wird hierbei komplett herausoperiert. Diese Operationsmethode wird eingesetzt wenn Eingriffe an den Adnexen erforderlich sind, wenn die Gebärmutter schlecht beweglich aber nicht zu groß ist oder auch wenn bei der Operation Schmerzzustände mit abgeklärt werden sollen. Die Patientinnen sind nach der Operation ca. 3-5 Tage in stationärer Betreuung.

4. Die laparoskopische suprazervikale Hysterektomie (LASH) 
wird vorgenommen, wenn der Wunsch der Patientin besteht, den Gebärmutterhals und den Muttermund nicht zu entfernen. Bei dieser Methode wird im Rahmen einer Bauchspiegelung der Gebärmutterkörper präpariert und anschließend nach Verkleinerung (Morcellement)geborgen. Muttermund (Portio) und Gebärmutterhals (Zervix) verbleiben. Die so operierten Patientinnen haben nach der Operation lediglich zwei kleine Narben am Unterbauch und eine weitere in der Nabelgrube. Bei Erkrankungen des Muttermundes kann diese Operation nicht vorgenommen werden. Eine weitere Teilnahme an den Krebsfrüherkennungsmaßnahmen ist für die auf diese Weise operierten Patientinnen Pflicht. Das Verfahren gilt insgesamt als schonend und hat enorm von der Entwicklung der Endoskopietechnik profitiert. Hauptindikationen sind anders nicht therapierbare Blutungsstörungen. Die Patientinnen verbleiben zur postoperativen Blutungskontrolle ca. 3 Tage in stationärer Obhut.

5. Die totale laparoskopische Hysterektomie (TLH)
dient der vollständigen Entfernung der Gebärmutter auf laparoskopischem Wege. Hierbei wird die gesamte Gebärmutter endoskopisch präpariert und zuletzt durch die Scheide geborgen. Enge Scheidenverhältnisse oder eine schlechte Beweglichkeit des zu entnehmenden Organs sind Hauptgründe für die Entscheidung zu dieser Operationstechnik. Operationen an den Eierstöcken und/oder den Eileitern sind hierbei gleichfalls ausführbar. Die Patientinnen bleiben postoperativ 5 Tage stationär.

Auswahl des geeigneten Operationsverfahrens
Im Rahmen der Aufnahmeuntersuchung zur stationären Behandlung wird gemeinsam mit der Patientin über die Art der Operation gesprochen und die insgesamt schonendste und technisch geeignete Operationsmethode vorgeschlagen.