Hernienzentrum
250.000 Patienten werden pro Jahr in Deutschland an Leisten-, Nabel- oder Narbenbrüchen (Hernien) operiert. Auch im Krankenhaus Buchholz werden jährlich etwa 350 solcher Eingriffe durchgeführt. Im neugegründeten Hernienzentrum werden nun alle ärztlichen Leistungen und Kompetenzen im Bereich der Bauchwandbrüche gebündelt.
Nach mehreren 1.000 durchgeführten Hernienoperationen freut sich der leitende Oberarzt Oliver König, im September 2010 ein neues Hernienzentrum im Krankenhaus Buchholz eröffnen zu können. Unter Leitung von Dr. Michael Scheruhn, Chefarzt der Abteilung für Allgemein- und Vizeralchirurgie, werden hier Leisten-, Nabel- oder Narbenbrüche vorwiegend laparoskopisch, d.h. minimal-invasiv, operiert. Auch Zwerchfell- und Schenkelbrüche behandelt das erfahrene Ärzte-Team aus Buchholz in einem der modernsten OP-Säle Norddeutschlands.
Häufig werden die Hernien von den Patienten gar nicht erkannt, treten Symptome wie ein dumpfes Ziehen oder Vorwölbungen des Bauches auf, werden diese Körpersignale zumeist verkannt. Viele Patienten denken ‚das geht schon von alleine weg. Um jedoch Spätfolgen wie etwa das Einklemmen von Darmschlingen und deren Absterben zu verhindern, sollten die Körpersignale genau beobachtet und nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Bereits bei starkem Husten oder Niesen, beim Heben schwerer Lasten, verstärktem Pressen bei Verstopfungen können Leisten-, Nabel- oder Narbenbrüche auffallen. Ursache ist eine Bindegewebsschwäche, die Schwachstellen in der Bauchwand erzeugt, durch die Eingeweide in eine Vorbuchtung des Bauchfells gelangen können. Die Hernienbruchstellen können dann an verschiedenen Stellen des Bauches auftreten. Am häufigsten treten Leistenhernien auf, seltener sind Nabel-, Narben- oder Schenkelbrüche. Vor allem Männer im mittleren oder fortgeschrittenen Lebensalter sind betroffen. Zur Schließung der Bruchstellen ist immer eine Operation erforderlich, in den meisten Fällen wird ein Kunsstoffnetz (Polypropylen) eingesetzt, um die geschwächte Bauchwand auch langfristig zu verstärken.
In der eigens eingerichteten Herniensprechstunde – jeweils donnerstags von 14-16 Uhr – können Patienten Vor- und Nachteile der verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten mit den ärztlichen Spezialisten klären.

